Mittelalter und Neuzeit

February 19, 2010Posted by Stonni

Wenige Schriften überlebten die Antike und wurden in frühmittelalterlichen Klöstern sorgsam behütet und kopiert. Allerdings war deren Anzahl so klein, dass niemand in dieser Zeit von Bibliotheken sprechen kann. Um 800 veranlasste Karl der Große wieder die Gründung einer öffentlichen Bibliothek (Aachener Hofschule).
Erst im elften Jahrhundert nach dem Aufstieg der Städte zu Bildungs- und Wirtschaftszentren und der Gründung der ersten Universitäten, wurden langsam wieder kleinere – nicht klösterliche – Bibliotheken geründet.

Neuzeit (Humanismus, Renaissance und Barock)
Nach der Erfindung des günstigen Papiers im 14.ten Jahrhundert sowie Gutenbergs Buchdruck in der zweiten Hälfte des 15.ten Jahrhunderts erlebten die Bibliotheken eine neue Blütezeit. Jetzt war es möglich viele Räume mit viel Wissen zu füllen und dies den inzwischen des Lesens mächtigen Bürgern, Studenten und Hochadel zuzuführen. In dieser Zeit wurden in Deutschland auch die „Mutter aller Bibliotheken“ – die Bibliotheca Platina in Heidelberg sowie die größte Bibliothek seiner Zeit – die Wolfenbütteler Bibliothek – gegründet. Im europäischen Ausland entstanden berühmte Bibliotheken wie z.B. die Florenzer Biblioteca Medicea Laurenziana.

In der Barockzeit wurde der Repräsentationscharakter der Bibliotheken in den Vordergrund gestellt. Aus dieser Zeit stammt z.B. die kaiserliche Hofbibliothek in Wien, in der über 200.000 Bände in den neuerstellten zu seiner Zeit gigantischen Räumen gesammelt wurden.

Während der Aufklärung im Verlauf des 18.ten Jahrhunderts fand ein Umdenken statt. Jetzt wurde das Wissen auch über Leihbibliotheken der Öffentlichkeit zugänglich aber auch vermehrt Universitätsbibliotheken wurden gegründet.
Im 19.ten Jahrhundert gingen sehr viele Schriften durch verschiedene Kriege wie den 30-jährigen Krieg aber auch die französische Revolution verloren.
Im 20.ten Jahrhundert wurden die Grundsteine der heutigen modernen Bibliothekskonzepte gelegt.